Psychromter-Kalibrierung / Assmannsches Aspirationspsychrometer
Eine sehr präzise, aber mit etwas mehr Aufwand verbundene Methode ein Hygrometer zu kalibrieren, beruht auf der Tatsache, dass zum Verdampfen von Wasser Energie aufgebracht werden muss. Streicht Luft über eine nasse Oberfläche, wird Wasser verdunstet und die dafür benötigte Energie der Luft entzogen. Das Ergebnis ist, dass die Luft kühler wird.
Wenn nun die Luft schon vor dem Überströmen der nassen Oberfläche sehr feucht ist, wird weniger Wasser verdunsten und die Abkühlung wird geringer ausfallen als wenn die Luft trocken ist. Trockene Luft wird sehr viel Wasser von der nassen Oberfläche aufnehmen können und sich entsprechend stärker abkühlen.
Ein Psychrometer besteht aus zwei Thermometern. Die Messspitze eines der Thermometer wird in einen mit destilliertem Wasser befeuchteten Baumwollstrumpf gesteckt. Lässt man Luft um die beiden Thermometer strömen, so wird sich, wie beschrieben, die Luft an dem feuchten Thermometer durch die Verdunstung abkühlen und zwar umso mehr, je trockner die Luft ist.
Beträgt die Strömungsgeschwindigkeit um die beiden Thermometer mindestens 2m/s, so ist die Temperaturdifferenz ein Maß für den Wasserdampfgehalt der Luft.
Nach einer Wartezeit von ca. 2 Minuten können die Werte an den Thermometern abgelesen werden. Die Temperaturdifferenz ist ein Maß für den Wasserdampfgehalt der Luft.
Der Dampfdruck berechnet sich aus der Sprungschen Formel (Psychrometertabelle).
Bei 20°C müsste sich bei einer relativen Luftfeuchte von 70-75% eine Temperaturdifferenz von etwa 3-3,5°C zwischen den Thermometern zu messen sein.
In Abhängigkeit von der Präzision der Thermometer von 0,1 K liefert das Verfahren eine Genauigkeit von 1% bis 2%. |